Viral Videos sind tot. Es lebe die Billig-Produktion.

Dienstag, 24. November 2009 – 13:00

Als Betreiber von Spotbox bin ich täglich mit der kontroversen Diskussion konfrontiert über den “production value” eines Films, also der Frage, wie viel ein Film kostet und welchen Unterschied es macht, ob man viel oder wenig Geld für die Produktion ausgibt. Viral Videos sind dabei ein besonders interessantes Thema. Auftraggeber sehen im Viral eine billige Art zu produzieren, für Filmemacher ist der Viral ein Format, welches ihnen ermöglicht, für wesentlich weniger Geld zu arbeiten, ohne das Gesicht zu verlieren. Der Viral bildet also eine Brücke zwischen high budget Werbefilm und low budget Online Video.

Die Zuschauer mit haarsträubenden Geschichten und vermeintlich zufällig aufgenommenen Amateurvideos, in denen spektakuläre Stunts aufgeführt werden, zum Weiterleiten eines Videos zu bewegen wird jedoch immer schwieriger. In den meisten Fällen werden diese Clips schnell als Werbebotschaften erkannt. Nur selten akzeptiert der Zuschauer den werblichen Charakter und ist bereit, den kommerziellen Erfolg der Kampagne zu unterstützen.

Auch das Argument, dass man bei viralen Kampagnen Media-Kosten spart, greift nicht mehr. Denn das so genannte Seeding, also das Platzieren der Inhalte bei Multiplikatoren kostet natürlich auch Geld. Meist werden sogar Werbeplätze von Seeding-Agenturen gekauft, um eine Kampagne ins Rollen zu bringen oder um ein “Grundrauschen” zu erzeugen. Insofern wird es immer mühsamer, Auftraggeber davon zu überzeugen, viel Geld in die Produktion eines Clips zu stecken, der sich viral verbreiten soll.

Einen interessanten Ansatz, wie Unternehmen erfolgreich Online Videos und Youtube für ihre Kommunikation nutzen können, beschreibt der Amerikaner Kevin Nalty. Er ist Experte für Online Video Strategien, ehemaliger Marketing Director verschiedener Forbes 100 Unternehmen und zudem einer der meistgesehenen Youtube-Comedians mit über 100 Mio. abgerufener Videos. Er geht zurück zu bekannten Methoden, wie Product Placement, Sponsoring und Branded Entertainment, bedient sich dabei jedoch bei den Sparten und Nischen, die Amateur-Produzenten besetzen.

Nalty gibt 7 Tipps, wie sich Marken mit Online Videos bei Youtube involvieren können:

1. Auf Inhaltsebene ansetzen

Marketer kaufen teure Werbeflächen zwischen Premium-Inhalten aber schrecken zurück vor User Generated Content. Es gibt jedoch ein großes Angebot an populären Amateurinhalten mit einer sehr hohen Reichweite, die man sich als Unternehmen zu nutze machen kann.

2. Hohe Aufmerksamkeit bei geringen Kosten

Studien zeigen, dass Aufmerksamkeit und Kaufabsicht durch Online Videos maßgeblich gesteigert werden können. Und in Anbetracht des geringen TKPs ist es ein Käufermarkt.

3. Gute Vermarkter von Online-Video-Media finden

Es gibt zwei Arten von Media-Verkäufern. Die Einen verstehen die Marketing-Zielsetzung und setzen intelligente Kampagnen um. Die Anderen interessieren sich mehr für schicke Business-Lunches und haben keine Ahnung, dass gesponsorte Videos eines Youtube-Stars mit treuem Publikum anders gemessen werden müssen, als ein forcierter Pre-Roll oder ein In-Video-Ad. Vermarkter und Media-Agenturen müssen sich lösen von strikten GRP-, Awareness- und TKP-Methoden und sich Gedanken machen über das Kosten-Nutzen-Verhältnis von bezahlten Media-Leistung gegenüber “verdienter” Platzierungen.

4. Nicht ein eigenes Publikum suchen, sondern jemanden finden, der bereits Zuschauer hat

Der Unterschied zwischen dem Video eines Online-Stars und einem kommerziellen Werbespot ist der, dass das Video bereits nach Stunden einige zehntausend Abrufen zählt, wohingegen der Werbespot verloren geht in der Masse der Werbebotschaften. Und es gibt keine Viral-Spezialsten oder Seeding-Agenturen, die dieses Problem zu vertretbaren Kosten lösen können.

Die Herausforderung für Marketers ist loszulassen von ihrer strikten Markenbotschaft und dem Produzenten Freiraum zu geben. Es ist doch besser, wenn 1 Mio. Zuschauer die Marke in einem lustigen Video sehen, als 10.000 gezwungene Werbeunterbrechungen.

5. Nach unerfahrenen Stars Ausschau halten

Viele Online-Stars werden erfolgreich ohne Management oder Erfahrung im Umgang mit Marken. Der Umgang mit Ihnen erfordert Fingerspitzengefühl und Geduld. Sie sollten nicht als professionelle Video-Produzenten gesehen werden, sondern als Lieferanten eines Publikums von Fans.

6. Bewährte Kombination aus Sponsoring und Werbung nutzen

Das Internet reift zu einem Medium heran mit eleganten Möglichkeiten, Product Placement, Sponsoring und klassische Werbeflächen zu kombinieren. Das Zusammenspiel von Sponsoring mit der Reichweite und Frequenz klassischer Werbung liefert die besten Ergebnisse.

7. Die richtigen Dinge messen

Weder ist ein übertriebenes Streben nach hoher Reichweite sinnvoll, noch lassen sich Verkäufe pro Werbekontakt herunterbrechen. Auch das segmentieren nach Zielgruppen, wie z.B. 35-40 Jahre alte Mütter mit jungen Kindern ist nicht möglich. Aber es lassen sich Abrufe, Kommentare, Bewertungen und Klicks zählen. Und man kann Wahrnehmung, Kaufabsicht und Handlungen vor und nach dem Anschauen eines Videos verfolgen.

Originalartikel “Online Video: Why We Advertisers Have It All Wrong” von Kevin Nalty.

Im dem kurzen Interview von Daisy Whitney zu diesem Thema wird sehr schön gezeigt, wie der Werbekunde Digitalsmiths im Video eingebunden wird:


Neue Premium-Profile und prominente Platzierungen bei Spotbox

Mittwoch, 5. August 2009 – 11:48

In den vergangenen Wochen bin ich oft gefragt worden, ob man sich bei Spotbox auch mit einer Firma präsentieren kann und wie man sich auf der Plattform prominent platziert. Bisher ist das nur eingeschränkt möglich. In Zukunft wollen wir die Möglichkeiten dazu verbessern. In diesem Artikel möchte ich die ersten Entwürfe der neuen Premium-Profile und die neuen Spot-/Filmemacher-Listen zeigen, um sie mit Eurer Hilfe zu verbessern.

Premium-Profil

Neues Spotbox-Premium-Profil

In den neuen Premium-Profilen gibt es drei wesentliche Neuerungen.

1. Spots direkt auf der Profil-Seite ansehen
Der Zuschauer verlässt beim ansehen der Spots nicht das Profil und bleibt länger auf der Seite.

2. Mitarbeiter im Profil einbinden
Praktisch, wenn unter der Adresse oder Telefonnummer mehrere Personen erreicht werden können. Dann hat der Anrufer gleich die Namen und Gesichter vor Augen. Auch interessant für Agenten und Künstlervermittler, die ihre Mandanten präsentieren wollen.

3. Suchmaschinen-optimiertes Profil
Google zeigt in den Suchergebnissen den Titel der Seite und einen Beschreibungstext an. Diese können jetzt individuell angegeben werden, z.B. mit den wichtigsten Keywords.

Google Suchergebnis "kameramann hamburg"

Filmemacher-Listen

Neue Filmemacher-Liste

Die Filmemacher-Liste ist die Seite, die nach der Spot-Liste am häufigsten aufgerufen wird. Neben der neuen Darstellungsform mit größeren Profilbildern, gibt es hier zukünftig drei wesentliche Neuerungen:

1. Profile können nach Kategorien gefiltert werden
Zusätzlich zur genauen Funktion einer Person kann eine Kategorie gewählt werden, z.B. Filmproduktion oder Post Produktion. So findet man schneller, was man sucht.

2. Premium-Profile werden zuerst aufgelistet
Das ist auch interessant in Verbindung mit den Kategorien, weil es in jeder Kategorie eine Nr. 1 gibt! Die genaue Reihenfolge ergibt sich nach wie vor über die Relevanz-Punkte, die sich u.a. aus der Anzahl der Kontakte und Spots sowie verschickter Einladungen ergibt.

3. Werbefläche
Inzwischen ist auf Spotbox so viel los, dass es sich lohnt, Werbung zu schalten. Das ist natürlich sehr interessant, weil es kaum eine andere Seite gibt, die die Zielgruppe “Werbefilmproduktioner” besser trifft als Spotbox.

Spot-Liste

Auf der Spot-Liste hat sich nur die Darstellungsform mit den großen Thumbnails geändert und die hinzugekommene Werbefläche. Die Spot-Kategorien sind übersichtlicher auf der linken Seite aufgelistet und lassen sich besser auswählen. Die Sortierung ist auch hier unverändert nach Relevanz-Punkten, die sich im Wesentlichen aus der Anzahl der Mitglieder in der Stabliste und den Bewertungen ergeben.

Bitte schreibt Eure Anmerkungen einfach als Kommentar unten rein oder schickt mir eine Mail an p.hoppe@spotbox.de. Ich freue mich auf Eure Anregungen.


Spots filtern nach Produktionskosten

Mittwoch, 25. Februar 2009 – 22:55

Die Produktionskosten spielen bei Spotbox eine große Rolle. Nicht allein durch den Angebotsrechner wird der finanzielle Aspekt bei der Auftragsproduktion in den Vordergrund gestellt. Auch durch die Tatsache, dass Spotbox sich durch Effizienz bei der Planung und Abwicklung von Produktionen im Preissegment unter 50.000 Euro positioniert. Daher ist es verständlich, dass ich von Beginn meiner Spotbox-Planung an mit der Frage konfrontiert wurde, ob ich ein Preisschild an Filme anhängen möchte. Bisher habe ich mich aus Filmemachersicht davon distanziert, weil oft kleine Details bei der Produktion große Kosten verursachen können, z.B. der Einsatz bestimmter Musik oder eines besonderen Schauspielers. Dafür gibt es schließlich den Angebotsrechner, damit der Auftraggeber sieht, welches die relevanten Kostenfaktoren sind und wie er schon bei der Entwicklung der Idee Geld für die Produktion sparen kann.

Jetzt habe ich allerdings schon ein paar Monate einige Erfahrungen sammeln können. Dabei habe ich eine einfache aber wichtige Erkenntnis gewonnen. Für Kreative spielt das Geld eine untergeordnete Rolle und für den Kunden, der mit der Investition in einen Film ein monetäres Ziel verfolgt, eine primäre Rolle. Agenturen, und dementsprechend auch die meisten Filmemacher gehen an die Planung einer Produktion so ran, dass sie ein inhaltliches Ziel definieren und dann die Kosten dafür ermitteln. Ein Kunde geht häufig so vor, dass er ein Budget zur Verfügung hat und damit das bestmögliche Ergebnis erzielen möchte. Ein interessantes Phänomen ist die Herangehensweise, für eine Idee ein oder mehrere Angebote einzuholen, in der Hoffnung dass ein Angebot günstiger ist, als das vorhandene Budget. Die Erfahrung zeigt leider, dass dies quasi ausgeschlossen ist. Im Endeffekt muss der Kunde preisgeben, wie viel Geld er tatsächlich hat und dann fängt man an, eine realistische Planung zu machen. Häufig kommen dabei Kompromisse heraus, die weder dem Kunden, noch den Kreativen gut tun, insbesondere, wenn die Zeit langsam knapp wird. Aus diesem Grund spielt der Preis bei Spotbox eine so große Rolle. Es sollen möglichst früh im kreativen Prozess Anspruch und Budget aufeinander abgestimmt werden. Nur so kann man günstig und gut produzieren.

Viele Kunden wünschen sich, dass Spots nach Produktionskosten sortiert oder gefiltert werden können. Dann könne man schnell in das Regal greifen, welches in Frage kommt. Daher möchte ich einen Weg finden, wie man Spots kategorisieren kann, ohne gleich ein Preisschild auf einen Spot zu kleben. Mir stellen sich in diesem Zusammenhang zwei Fragen:

1. Wie eng fasst man die Preiskategorien? Das muss durch Spotbox vorgegeben werden.
2. In welchem Preissegment ist ein Filmemacher bereit zu arbeiten? Dies muss der Filmemacher für jeden Film einzeln entscheiden.

Da bei Spotbox der Kunde in der Regel über einen Beispiel-Spot auf einen Filmemacher oder ein Team aufmerksam wird, muss sich ein Regisseur oder Produzent für jeden Spot, den er einstellt, vorab entscheiden, für wie viel Geld er bereit wäre, einen Film in dieser Qualität und Machart erneut zu produzieren. Und um diese Entscheidung so einfach wie möglich und so informativ wie nötig treffen zu können, müssen mehr oder weniger detaillierte Klassifizierungen gefunden werden.

Da die Kosten auch stark von der Art des Films abhängen, möchte ich neben einer Preiskategorie auch die Art des Films differenzieren. Folgende Kategorien möchte ich vorschlagen und mit Euch diskutieren:

1. Art des Films

  • Werbespot
  • Imagefilm
  • Präsentationsfilm
  • Programm-Promotion
  • Viral Clip
  • Musikvideo
  • Kurzfilm
  • Spec
  • Video-Banner
  • Reportage

2. Preiskategorie

  • unter 5.000 Euro
  • bis 20.000 Euro
  • bis 50.000 Euro
  • bis 100.000 Euro
  • über 100.000 Euro

Könntet Ihr Euch vorstellen, Eure Spots nach diesen Kategorien zu beschreiben? Schreibt einfach Eure Kommentare unter diesen Beitrag, um eine öffentlich Diskussion in Gang zu bringen. Ich freue mich auf Eure Meinungen.


PI_group ist neuer Produktionspartner von Spotbox

Montag, 16. Februar 2009 – 13:58

In der letzten Woche haben wir die Spotbox-Plattform insoweit geöffnet, dass jetzt alle Filmemacher ihre Spots hochladen und andere Kollegen zu den Stablisten einladen können. Weiterhin kann die Funktion “Produzent” der Stabliste hinzugefügt werden. Diese Funktion dient der Ausdifferenzierung der Hierarchie in der Stabliste. Bei aufwendigeren Produktionen kann es neben dem Produzenten einen oder sogar mehrere Produktionsleiter geben. Der Produzent ist der Chef der Produktion und Vertragspartner des Auftraggebers. Neben dem Regisseur ist der Produzent maßgeblich für die erfolgreiche Umsetzung eines Projektes verantwortlich.

Im Zuge dieser Erweiterung konnte ich Reinhard Gedack mit seiner renommierten Produktionsfirma PI_group PRODUCTION INTERNATIONAL als neuen Produktionspartner von Spotbox gewinnen. Die PI_group produziert seit über 20 Jahren Werbe- und Imagefilme mit Top-Regisseuren auf internationalem Niveau. Reinhard Gedack präsentiert einige seiner aktuellen Spots bei Spotbox auf seinem Profil: http://www.spotbox.de/people/profile.action?profileId=12.


Neue Funktion: Spot-Upload für alle

Dienstag, 3. Februar 2009 – 9:41

Bisher war es nur Regisseuren möglich, Spots bei Spotbox hochzuladen. Ab jetzt können alle registrierten Spotbox-Nutzer über die Navigation “Spots” -> “neuen Spot anlegen” ihre Filme hochladen und andere Personen, die an der jeweiligen Produktion beteiligt waren zur Stabliste einladen.

Damit Spots als Vorlage für neue Projekte dienen können, ist es allerdings notwendig, dass der Regisseur auch in der Stabliste aufgeführt ist. Es ist prinzipiell besser, je mehr Namen in der Stabliste stehen, weil die Chancen höher sind, dass der Spot von Auftraggebern gefunden wird.

Mit dem Button [Filmemacher hinzufügen] können Personen der Stabliste hinzugefügt werden, die schon bei Spotbox registriert sind. Mit [Einladung verschicken] können Personen zur Stabliste eingeladen werden, die noch nicht registriert sind.

Für eine Einladung müssen der Name und die E-Mail Adresse der gewünschten Person eingegeben werden. Das System verschickt dann einen Einladungslink mit dem sich derjenige dann bei Spotbox anmelden kann. Nach der Registrierung kann der Spot bestätigt werden. Erst danach wird der Name in der Stabliste veröffentlicht.


Formate für Online Video Werbung

Donnerstag, 29. Januar 2009 – 15:10

Vor ein paar Tagen habe ich in der Internet World Business einen Artikel zum Thema Formate von Online Video Werbung gelesen unter dem Titel Poolparty der Branchenriesen. Darin steht, dass sich jetzt einige amerikanische Unternehmen zusammengetan haben, um verbindliche Standards bei der Online Video Werbung zu entwickeln und zu etablieren. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Dann ist mir heute noch ein Artikel unter dem Titel DLD: Neue Konzepte für Videoads gesucht untergekommen. Hier ist die Rede davon, dass Online Video Werbung noch in den Kinderschuhen steckt und es den Werbern noch an Formaten fehlt. Dies habe ich zum Anlass genommen, mir selbst ein paar Gedanken machen, was zu berücksichtigen ist, wenn man Video Werbung speziell für das Internet konzipieren und produzieren will.

Vergleichen wir zunächst einmal TV-Werbung und Online-Werbung. Wo sind die Unterschiede?

TV-Werbung vs. Online-Werbung

Fernsehen ist ein so genanntes Push-Medium, d.h. der Zuschauer bekommt die Inhalte nach einem vom Sender festgelegten Schema vorgetragen. Außer Umschalten und Laut/Leise kann der Zuschauer nicht wirklich auf die Inhalte einwirken. Die Fernsehwerbung wird meist in einem Werbeblock geschaltet. Die Länge eines TV-Spots beträgt im Durchschnitt etwa 22 Sekunden. Da Werbespots u.a. nach Länge abgerechnet werden, ist diese Länge ein Kompromiss zwischen der Möglichkeit eine Botschaft zu kommunizieren und den Kosten für die Schaltung. TV-Spots werden passiv angesehen. Außer bei Direct Response Spots, bei denen eine Telefonnummer eingeblendet und der Zuschauer aufgefordert wird, diese anzurufen, wird keine Interaktion erwartet. TV-Spots sollen den Konsumenten über ein Produkt oder eine Dienstleistung informieren, Interesse wecken und/oder ein Image in den Köpfen des Zuschauers verankern. Eine Transaktion findet in der Regel nicht unmittelbar bei oder nach dem Sichten des Werbespots statt. Über das Fernsehen kann man eine sehr hohe Reichweite erzielen. Fast jeder Mensch sieht fern. Ein Problem des Fernsehens als Werbemedium ist, dass sich nicht mit Bestimmtheit sagen lässt, wie viele Menschen tatsächlich einen Werbespot gesehen haben. Auch wenn die Fernsehforschung schon sehr fortschrittlich ist, kann die Quote nur über eine Hochrechnung ermittelt werden. Bei Sendern mit einer geringen Reichweite – und davon haben wir inzwischen eine ganze Menge – kann das zu großen Fehleinschätzungen führen.

Der entscheidende Unterschied zur Online Werbung ist die so genannte Rückkanalfähigkeit des Internets. Zum einen können dadurch Informationen über den Zuschauer gesammelt werden, sodass sich ermitteln lässt, wofür sich dieser interessiert, um dann speziell für diesen Zuschauer passende Werbebotschaften einzuspielen. Zum anderen kann exakt ermittelt werden, wer wann wo welches Werbemittel eingespielt bekommen hat, von welchen Seiten der Zuschauer kam und wo er von dort aus hinklickt. Es kann also genau festgestellt werden, welche Zuschaueraktivität das jeweilige Werbemittel im jeweiligen Umfeld bei der jeweils adressierten Zielperson provoziert. Das ist der entscheidende Vorteil der Online Werbung gegenüber der TV-Werbung. Kampagnen lassen sich wesentlich besser auswerten. Da Werbung natürlich Geld kostet, kann bei der Online Werbung also viel schneller und genauer ermittelt werden, welchen Effekt das eingesetzte Budget hat.

Darüber hinaus kann das Internet – im Gegensatz zum Fernsehen – nicht nur als Kommunikationskanal dienen, sondern gleichzeitig zur Durchführung einer Transaktion, z.B. einer Registrierung oder einer Bestellung. Eine entscheidende Größe beim Online Marketing ist die Klickrate, also das Verhältnis der Anzahl von Ausspielungen eines Werbemittels zur Anzahl der Klicks auf diesem Werbemittel. Die Klickrate hängt von vielen Faktoren ab, z.B. dem Umfeld, der Relevanz der Botschaft und – natürlich ganz wesentlich – von der Gestaltung des Werbemittels. Ein Problem des Internet als Werbemedium ist die zunehmende Flut an Informationen und die damit einhergehende Abstumpfung und Ablehnung des Zuschauers gegenüber Werbemitteln. Die Wertigkeit der einzelnen Ansprache geht gegen null. Es gilt also, neue Werbeformen zu entwickeln, die eine hohe Aufmerksam erzielen sowie eine hohe Resonanz und deren Messbarkeit. Und hier kommt der Film zum Einsatz.

Film kann emotionalisieren, wie der Werber sagt. Ein Film kann Menschen zeigen, Geschichten erzählen, Bilder, Sprache, Musik und Geräusche so kombinieren, dass es beim Zuschauer Emotionen auslöst. Dies wird in der Werbung für kommunikative und natürlich auch manipulative Zwecke eingesetzt. Wie lassen sich also Filme gestalten, so dass sie Aufmerksamkeit bekommen und Interaktion provozieren?

Film im Internet

Film ist nicht gleich Film, insbesondere im Internet, also in einem multimedialen, interaktiven, non-linearen Unicast-Medium, lässt sich Film auf vielfältige Weise gestalten.

  • Multimedial – Es lassen sich Text, Bild, Audio und Video wiedergeben.
  • Interaktiv – Es gibt einen Rückkanal. Informationen können vom Zuschauer zum Sender übertragen werden.
  • Non-linear – Der zeitliche Ablauf wird vom Zuschauer bestimmt und nicht vom Sender.
  • Unicast – Jeder Zuschauer bekommt ein individuelles Signal (im Gegensatz zu Broadcast, wo jeder das gleiche Signal bekommt).

Werbespots werden heute bereits vielfach auch im Internet eingesetzt. Meistens werden jedoch Spots verwendet, die für eine TV-Kampagne konzipiert und produziert wurden. D.h. sie berücksichtigen weder das (aktive) Nutzungsszenario des Zuschauers im Internet noch die Zielsetzung der Online Werbung: Interaktion.

Formate

Es gibt eine unendliche gestalterische Vielfalt, wie man Film im Internet einsetzen kann. Um es ein bisschen einzuschränken, möchte ich mich auf bestimmte Formate beschränken und zwar auf die Formate, die zurzeit oder in absehbarer Zukunft von den meisten Vermarktern als Werbemittel kontrolliert ausgespielt werden können. Diese sind pre-rolls, mid-rolls und post-rolls, also Spots, die im Zusammenhang mit einem redaktionellen Videobeitrag eingespielt werden, Klick-to-play Video Ads und Video-Banner, also Banner, in denen filmische Elemente laufen. Virals, also Filme, die sich durch Weiterleitung und Empfehlung des Zuschauers verbreiten sollen, sind in diesem Fall ausgeschlossen, da sie nicht kontrolliert von einem Vermarkter ausgespielt werden. Dazu werde ich in Zukunft aber sicherlich auch noch einen Beitrag schreiben.

Pre-roll, mid-roll, post-roll

Ein Pre-roll wird vor dem Video-Beitrag eingespielt

Ein Pre-roll wird vor dem Video-Beitrag eingespielt

Diese Formate entsprechen quasi einem TV-Spot, da sie automatisch dem Zuschauer als linearer Spot “zwangseingespielt” werden. Die meisten Spots, die man im Internet sieht, werden in diesen Formaten eingesetzt, da dem Werbetreibende keine Kosten für eine neue Produktion entstehen, außer unter Umständen für die Nutzungsrechte. Dementsprechend sieht man hier meist Spots, die auch im Fernsehen laufen.

Aufmerksamkeit:
Pre-rolls und mid-rolls stehen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Zuschauer diesen Spot sieht, ist sehr hoch. Eine Gefahr liegt darin, dass der Zuschauer die Zwangseinspielung negativ wahrnimmt. Post-rolls, die erst am Ende des Beitrags laufen sind da weniger problematisch, weil sie weggeklickt werden können. Es sinkt damit natürlich auch die Aufmerksamkeit.

Interaktion:
Setzt man normale TV-Spots ein, bieten diese kaum Anreiz zur Interaktion. Außerdem muss man berücksichtigen, dass der Zuschauer eigentlich den gewünschten Video-Beitrag sehen möchte. In einigen Umfeldern werden diese Formate mit Bannern flankiert, damit der Zuschauer in Ruhe den Beitrag ansehen kann, bevor er sich mit dem Werbemittel beschäftigt.

Länge:
Pre-rolls, mid-rolls und post-rolls dürfen in den meisten Fällen nicht länger als 15 Sekunden sein. Oft auch nur 10 Sekunden. Diese Längen werden bereits von den Vermarktern vorgegeben, damit das redaktionelle Umfeld nicht zu sehr unter den Störeinflüssen der Werbung leidet.

Klick-to-play Video-Ad

Thumbnail mit dem bekannten Play-Button-Symbol

Thumbnail mit dem bekannten Play-Button-Symbol

Im Gegensatz zum TV-Spot oder den pre-/mid-/post-rolls steht bei den Klick-to-play Video-Ads der “Pull-Gedanke” im Mittelpunkt. Der Zuschauer entscheidet, ob er den Spot sehen möchte. Der Film wird also erst nach einem Klick abgespielt. Und das setzt voraus, dass der Zuschauer das Werbemittel als etwas identifiziert, was sich zu klicken lohnt, z.B. mit einem einladenden Thumbnail, also ein Standbild, welches auf einen interessanten Film hinweist. Häufig wird der bekannte Play-Button auf das Standbild gesetzt, damit hier ein Film zu erahnen ist.

Es gibt zwar die Möglichkeit, ein Video Ad sofort starten zu lassen, aber in den meisten Fällen erlaubt der Vermarkter nicht, dass der Ton dabei zu hören ist. Eine Möglichkeit, um auch schon einen Film als Klick-Teaser zu verwenden, wäre, dass ein stummer Intro-Film abgespielt wird, der zum Klicken animiert. Beim Klick wird dann der eigentliche Spot vollständig mit Ton abgespielt. Zusätzlich könnte auch noch der Play-Button auf den Intro-Film gelegt werden.

Aufmerksamkeit:

Ein Bewegtbild-Teaser kann Aufmerksamkeit erregen

Ein Bewegtbild-Teaser kann Aufmerksamkeit erregen

Wird ein Klick-to-play Video Ad mit einem Thumbnail und einem Play-Button angeteasert, muss er sich gegenüber normalen Bannern durchsetzen, da ein Standbild sich kaum von normalen Bannern unterscheidet. Viele Internet-Nutzer assoziieren zwar den Play-Button mit einem Film, sind neugierig und klicken das Symbol, um den Film zu sehen. Mit der Zeit kann die Neugierde jedoch nachlassen, wenn der rein werbliche Effekt überwiegt und die Qualität der Filme nicht die Erwartungen erfüllt. Allerdings kann dieser Effekt auch wieder kompensiert werden durch Nutzer, die es noch nicht gewohnt sind, Filme im Internet zu sehen. Hier wird es sicherlich zu zwei sich überlagernden Lernkurven kommen.

Eine deutlich bessere Aufmerksamkeit kann der stumme Intro-Film erzielen, da dieser bereits auf einen Film und sogar dessen Inhalt hinweisen kann.

Interaktion:
Interaktion wird bei Klick-to-play Video Ads in zweifacher Hinsicht gefordert. Der erste Klick startet den Film. Es ist also eine Frage der Gestaltung des Klick-Teasers (Thumbnail oder Intro-Film), ob der Film überhaupt gesehen wird. In zweiter Instanz kann der Inhalt des Films den Zuschauer zu weiteren Interaktionen motivieren, also zum Klick. Wenn die Aufmerksamkeit bereits bei dem Werbemittel liegt und der Zuschauer sich die Zeit genommen hat, den Film anzusehen, ist schon viel gewonnen. Danach spielen natürlich viele Faktoren eine Rolle, ob den Zuschauer der Inhalt bzw. das Thema des Films interessiert und er noch mehr Zeit investieren möchte, um weitere Seiten anzusehen.

Länge:
Klick-to-play Video-Ads haben im Prinzip keine Begrenzung was die Länge des Films angeht. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass das Internet ein sehr flüchtiges Medium ist. Einen Zuschauer länger als eine Minute zu halten ist schon schwierig. Empfehlenswert sind hier die gewohnten TV-Spotlängen von 20-30 Sekunden.

Video-Banner

GelbeSeiten Video-Banner

Banner sind die Standard Werbemittel im Internet. Sie werden in genau definierten Flächen auf einer Seite durch den Vermarkter eingespielt. Es gibt Formate, die alle Vermarkter unterstützen und es gibt spezielle Formate, die nur von einem oder wenigen Vermarktern platziert werden können, weil sie z.B. auf einer bestimmte Technologie basieren oder von den Abmessungen nicht einheitlich sein. Standard Banner haben den Vorteil, dass sie eine hohe Reichweite erzielen können, weil sie in allen Umfeldern geschaltet werden können. Die Gestaltungsmöglichkeiten bei Bannern sind in der Regel bestimmten Richtlinien unterlegen, wie z.B. Abmessung (Breite x Höhe), Dateigröße (in KBytes) und Kodierung (GIF, TIF, JPEG, FLASH, HTML, …)

Aufmerksamkeit und Interaktion:
Die Aufmerksamkeit bei normalen Bannern ist in den letzten Jahren immer weiter gesunken. Dadurch ist ein geradezu inflationärer Prozess beim Einsatz dieser Werbemittel in Gang gesetzt worden. Je geringer die Aufmerksamkeit, desto mehr Banner werden eingesetzt. Dabei verliert die Ausspielung eines Banners immer mehr an Wert. Inzwischen liegt der Tausender-Kontakt-Preis (TKP), also der Preis für das Ausspielen von 1.000 Bannern, häufig bei unter einem Euro. Auch die Klickrate bei Bannern ist verschwindend gering. Sie liegt in den meisten Fällen weit unter einem Prozent. Der Film wird als Lösung dieser Probleme angesehen, da er die Aufmerksamkeit und die Interaktion mit den Werbemitteln maßgeblich erhöhen kann.

Bei der Gestaltung von Video-Bannern ist zu berücksichtigen, dass in den meisten Fällen kein Ton automatisch abgespielt werden darf. Das Bild bzw. der Intro-Film muss auch stumm Aufmerksamkeit und Neugier wecken. Vor ein paar Jahren habe ich ein Banner gesehen, in dem gezeigt wird, wie ein Mann auf die Straße rennt, als gerade direkt vor ihm ein Bus heranfährt. Kurz bevor … was auch immer passiert, hält der Film an und es erscheint das Play-Button-Symbol. Das hat bei mir funktioniert.

Länge:
Im Bezug auf die Länge unterscheiden sich Video-Banner kaum von Klick-to-play Video-Ads. Es ist immer darauf Rücksicht zu nehmen, dass das Internet flüchtig ist und die Verweildauer auf einer Seite meist kurz. Die meisten Seiten werden nur auf dem Weg zu dem Inhalt, den man eigentlich sehen will, überflogen. Der Klick-Teaser, falls es ein Intro-Film ist, darf vermutlich nicht länger als 3 Sekunden sein. Ein Intro-Film muss in einer Schleife laufen, weil man nicht weiss, zu welchem Zeitpunkt der Zuschauer darauf aufmerksam wird.

Man kann natürlich auch den Film stumm laufen lassen und versuchen, eine Reaktion zu provozieren, wie “da läuft doch ein Film, verpasse ich da etwas?”. Auf Klick würde der Film dann von Anfang an mit Ton abspielen. In dem Fall können wieder die gewohnten TV-Spot-Längen von 20-30 Sekunden verwendet werden.

Fazit

Das Entscheidende bei Werbefilmen im Internet ist, dass sie eine unmittelbare Aktion bzw. Interaktion provozieren können und sollen, egal in welchem Format. Bei Klick-to-play Video Ads und Video-Bannern kommt eine Besonderheit hinzu: eine weitere Ebene in der Kommunikationsdramaturgie. Es wird nicht nur die Werbebotschaft thematisiert, sondern auch der Film an sich. Da es sich um Pull-Formate handelt, muss der Zuschauer zunächst einmal Interesse bekommen, den Film anzusehen. Erst dann kann eine werbliche Botschaft transportiert werden.

In allen Fällen müssen Werbefilme für das Internet anders konzipiert und produziert werden, als Filme für passive Medien. Kreative, insbesondere Filmemacher sind gefragt, sich mit den Gegebenheiten des Mediums, den Nutzungsszenarien der Zuschauer und den technischen Restriktionen vertraut zu machen. Die Entwicklung steht noch am Anfang und die gestalterischen Möglichkeiten sind noch lange nicht alle erkannt. Das Potenzial ist enorm, da das Internet jetzt schon eine Reichweite hat, die dem Fernsehen den Rang ablaufen kann. Und die werbetreibende Industrie verspricht sich viel von den neuen Formaten. Schließlich geht es in der Werbung um Reichweite, Aufmerksamkeit und Wirkung. Und das kann Film im Internet leisten.


Was ist die richtige Tagesgage?

Donnerstag, 15. Januar 2009 – 10:51

Ein wichtiger Aspekt von Spotbox ist die Tagesgage, die jeder Filmemacher in seinem Profil speichern muss, um eine Freischaltung für den Angebotsrechner zu bekommen. Das ist verständlicherweise Anlass zu Fragen und Diskussionen.

Es gibt zwei Stellen, an denen die Gage relevant ist:

1. Im Angebotsrechner. Der Angebotsrechner erstellt eine automatische Vorkalkulation auf Basis eines Beispielspots. Hinter jedem Spot steckt ein individuelles Produktionsteam. Zunächst der Regisseur und der Produktionsleiter, dann alle Personen, die sich im Team dieser beiden befinden. Noch einmal kurz zum Verständnis: leitende Funktionen, wie z.B. der Regisseur oder auch der Kameramann können auf ihrer Profilseite ein eigenes Team für ihren jeweiligen Verantwortungsbereich zusammenstellen. Ein Kameramann kann z.B. einen Kameraassistenten, Materialassistenten und Oberbeleuchter aus seinen Kontakten wählen. Auf diese Weise kann der Angebotsrechner genau die Gagen der jeweiligen Filmemacher berücksichtigen. Mehr dazu in der Demo-Tour Artikel „Mein Team“.

2. Bei einer Jobanfrage. In aktiven Projekten kann der Produktionsleiter beliebige Filmemacher in sein Team einsetzen. Dazu hat er eine Suchmaske, in der er nach Name, Funktion und Postleitzahl suchen kann. Das Suchergebnis liefert auch die Tagesgage des jeweiligen Filmemachers. Die Gagen sind also für Produktionsleiter in aktiven Projekten sichtbar, wenn ein Team zusammengestellt wird.

In beiden Fällen ist die Gage unverbindlich und wird erst nach einer individuellen Verhandlung unter Berücksichtigung der Projektanforderungen festgelegt.

Einige Filmemacher haben mir gesagt, dass sie ihre Gage vom jeweiligen Projekt abhängig machen. Das ist natürlich auch bei Spotbox möglich. Allerdings erst bei der konkreten Anfrage. An dieser Stelle möchte ich gern eine persönliche Meinung aus meiner Sicht als Produktionsleiter abgeben. Ich finde es gut und wichtig, dass ein Filmemacher eine verhandelbare Gage hat. Insbesondere für diejenigen, die ein interessantes Projekt für die Musterrolle machen, auch wenn das Budget nur eine geringere Gage zulässt. Aber ich kann es nicht nachvollziehen, dass für Werbung, Imagefilm, Viral und Musikvideo unterschiedliche Gagen aufgerufen werden, oder ob auf 35 mm oder auf DV gedreht wird. Ist denn die Arbeit eines Einzelnen bei einem Werbefilm eine andere, als bei einem Musikvideo? Muss ein Aufnahmeleiter bei einem Dreh auf 35 mm mehr arbeiten, als bei einem Dreh mit DV? Vielleicht abgesehen davon, wie weit ein Regisseur in den kreativen Prozess eingebunden ist, macht es doch für die meisten Crew-Mitglieder keinen Unterschied. Es gibt heute so viele verschiedenen Formate und Einsatzmöglichkeiten für Filme, dass es sich in vielen Fällen überhaupt nicht mehr klar sagen lässt, um was für ein Projekt es sich handelt. Ich finde, dass die Arbeit und die kreative Leistung ihren Wert haben sollen, egal für wen und wofür sie eingesetzt werden.

Für Spotbox gilt: die angegebene Gage sollte, auch unabhängig vom jeweiligen Projekt, realistisch sein. Ist sie zu hoch ist, kann es passieren, dass die Anfrage gar nicht erst kommt. Ist sie zu niedrig, hat man keinen Spaß an dem Job. Im Profil sollte also eine Gage stehen, die für jede Art der Anfrage gelten kann. Natürlich kann die Gage jederzeit verändert werden. Schließlich ist Spotbox auch ein Marktplatz, auf dem Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen.

Noch eine Besonderheit für Regisseure!

Viele Regisseure sind es gewohnt, Pauschalgagen pro Drehtag zu bekommen. Das ist bei Spotbox anders. Bei der Vorkalkulation des Angebotsrechners werden alle Filmemacher, also auch Regisseure, mit einer Tagesgage für jeden Arbeitstag berücksichtigt. Ganz konkret bedeutet das, dass ein kleines Projekt mit einem Drehtag ohne PPM für den Regisseur 5 Arbeitstage bedeuten:

1. Konzeption,
2. Prep Location,
3. Dreh,
4. Schnitt,
5. Abnahme/Änderung.

Möchte ein Regisseur z.B. 3.000 Euro am Ende eines kleinen Projektes haben, muss er eine Tagesgage von 600 Euro angeben.


Spotbox Geschäftsmodell: Plattform oder Produktion?

Donnerstag, 15. Januar 2009 – 10:37

Heute habe ich mir endlich vorgenommen, den Spotbox-Blog ein bisschen mit Leben zu füllen. Spotbox.de ist seit August 2008 online und ich hatte schon einige Gelegenheit, Feedback einzuholen und Erfahrungen zu sammeln. Diese möchte ich an dieser Stelle wiedergeben und mit anderen interessierten Menschen diskutieren.

Die ersten Artikel dieses Blogs schreibe ich über die am häufigsten gestellten Fragen. Angefangen mit einer Frage, die ich mir selbst schon seit Beginn der Planung von Spotbox gestellt habe. Wie genau sieht das Geschäftsmodell von Spotbox aus? Vielen Leuten, die auf die Seiten kommen, wird das Modell nicht sofort ersichtlich. Im ersten Moment scheint Spotbox eine Videoplattform, wie viele andere auch, vielleicht mit dem Unterschied, dass die Regisseure zu jedem Video aufgeführt werden. Ist Spotbox eine Community? Etwas web-2.0-mäßiges? Menschen, die mich und meinen Partner kennen und wissen, dass wir seit vielen Jahren Werbefilme produzieren, vermuten hinter Spotbox eine Produktionsfirma. Im Prinzip ist das alles richtig, weil es von allem etwas hat. Es kommt jedoch entscheidend darauf an, wie jeder Einzelne die Plattform für sich nutzt.

Um es kurz vorweg zu nehmen: Spotbox ist in erster Linie eine Plattform zur Kundengewinnung, auf der sich auch Produzenten registrieren können, um Projekte zu akquirieren.

Im Mittelpunkt steht immer ein Spot. Die Idee von Spotbox ist die, dass ein potenzieller Auftraggeber auf der Seite einen Spot findet, der ihm gefällt und auf Basis dieses Spots eine neue Produktion in dieser Art planen kann. Hinter jedem Spot steckt ein individuelles Produktionsteam. Und zwar in erster Linie ein Regisseur und ein Produktionsleiter. Dies sind die beiden Schlüsselfunktionen, die für die Produktion verantwortlich sind. Arbeitet ein Auftraggeber mit diesen beiden Personen zusammen, ist das die Gewähr dafür, dass er einen Film bekommt, der dem gewählten Beispielspot entspricht.

Jetzt zur entscheidenden Frage: muss die Produktion über Spotbox abgewickelt werden? Muss nicht, kann aber. Je nach dem, ob das Produktionsteam (Regisseur & Produktionsleiter) über eine eigene Produktionsinfrastruktur (Verträge, Lohnbuchhaltung, Versicherungen, liquide Mittel zum Abpuffern des Produktionsrisikos) verfügt oder nicht. Viele Produktionsleiter arbeiten freiberuflich und möchten sich diese Fixkosten nicht an’s Bein binden. In dem Fall kann sich der Produktionsleiter „in’s gemachte Nest setzen“. Die Spotbox GmbH tritt dann als Produzent und Vertragspartner gegenüber dem Kunden und den Lieferanten auf und übernimmt das Produktionsrisiko. Andere Produktionsleiter wiederum haben diese Infrastruktur selbst und sind in der Lage, das Risiko zu übernehmen. Diese Produzenten können ihre eigenen Verträge mit dem Kunden abschließen. Spotbox ist in dem Fall nur Vermittler und bekommt eine kleine Provision für die Kundengewinnung.

Die Leistung von Spotbox besteht darin, Angebot und Nachfrage von Produktionsressourcen zu verbinden, frei nach dem Motto „Zu jedem Topf ein Deckel“. Wichtig ist dabei, dass die Wünsche und Erwartungen des Kunden mit dem vorhandenen Budget übereinstimmen. Man kann viel machen, auch für wenig Geld, es kommt nur darauf an, dass man sich frühzeitig in der Konzeptionsphase schon mit den relevanten Kostenfaktoren auseinandersetzt. An dieser Stelle bietet Spotbox seine Beratung an. Die Produktion selbst soll von den jeweiligen Spezialisten gemacht werden.

Zuletzt noch ein Hinweis zum Spot-Upload: im Moment können nur Regisseure Spots hochladen und andere Filmemacher zu Stablisten einladen. Wir arbeiten daran, dies auch Produktionsleitern zu ermöglichen. Damit möchten wir Produzenten die Möglichkeit geben, ihre Regisseure über Spotbox anzubieten und sie motivieren, selbst aktiv bei der Kundengewinnung mitzuwirken. Eine aktive Community ist der Schlüssel für viele Kunden und interessante Projekte.


Die Zukunft des Fernsehens

Donnerstag, 2. Oktober 2008 – 15:58

Dies ist der erste Eintrag im Spotbox-Blog, dem Blog rund um das Thema Digitalisierung des Fernsehens und Konvergenz von TV und Internet sowie ihre Auswirkungen auf Produktion, Distribution und Vermarktung von audiovisuellen Inhalten.

Um ein paar Grundlagen zu schaffen, beziehe ich mich in diesem Beitrag auf meinen Vortrag “Die Zukunft des Fernsehens”, den ich am 25. Oktober 2007 am Institut für Musik und Medien in Düsseldorf gehalten habe.

Es geht um einen groben Umriss der Entwicklungen im Fernsehmarkt, soll die vielen “Buzzwords” der Branche, wie interaktives Fernsehen, Unicast, IPTV, Quality of Service, Longtail usw. in einen allgemein verständlichen Zusammenhang bringen und Anregungen liefern, wie sich die Vermarktungsmechanismen im Fernsehmarkt in Zukunft entwickeln könnten.

Der Vortrag lief im Rahmen der Veranstaltungsreihe Basislager am Institut Fuer Musik Und Medien der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, die von Prof. Dr. Heike Sperling ins Leben gerufen wurde.

Inhalt

  • Vorstellung und Einleitung
  • Broadcast
  • Analoger Rundfunk
  • Abgrenzung von Programm und Netzbetrieb
  • Digitalisierung
  • Set-Top-Boxen
  • Interaktives Fernsehen
  • Unicast
  • Internet Protokoll
  • Web-Streaming
  • Quality of Service
  • Netztopologie
  • Konvergenz auf Netzebene
  • Geschlossene Netze
  • Offene Netze
  • Konvergenz auf Endgeräteebene
  • Non-lineares Fernsehen
  • Divergenz der Nutzung
  • Lean Back / Lean Forward
  • Marktmechanismen
  • Wettbewerb / Differenzierung der Netzbetreiber
  • Triple Play
  • Finanzierungsformen für Fernsehen
  • Geschäftsmodelle
  • Fragmentierung des TV-Marktes
  • Longtail
  • 80/20-Theorie

Fazit: “Die Zukunft des Fernsehens ist die Erkenntnis dessen, was uns überhaupt interessiert. Erst wenn wir sehen, was die Vielfalt zu bieten hat, werden wir feststellen, dass uns Die ultimative Chart Show gar nicht interessiert und schon gar nicht am Samstag Abend um 20:15.”

Folien zum Vortrag

Der Vortrag wurde von den Studenten aufgezeichnet und als DVD produziert. Die DVD hat eine Gesamtlänge von 134 Minuten. Ich habe 5 Teile als Video Podcasts (iPod Quicktime H.264) erstellt:

BASISLAGER-HOPPE-Zukunft-des-Fernsehens-001.mp4 (30 Minuten - 63,1 MB)
BASISLAGER-HOPPE-Zukunft-des-Fernsehens-002.mp4 (30 Minuten - 64,8 MB)
BASISLAGER-HOPPE-Zukunft-des-Fernsehens-003.mp4 (30 Minuten - 64,1 MB)
BASISLAGER-HOPPE-Zukunft-des-Fernsehens-004.mp4 (30 Minuten - 63,0 MB)
BASISLAGER-HOPPE-Zukunft-des-Fernsehens-005.mp4 (14 Minuten - 29,9 MB)


Teil 1 von 5:


Teil 2 von 5:


Teil 3 von 5:


Teil 4 von 5:


Teil 5 von 5: